Und wieder durchsuchte sie sein Zimmer auf der Suche nach dem was einen Jungen Menschen krank macht ihm seine Seele raubt.Er hörte wie sie durch die schränke wütete, wie sie mit lautem Getöse die Schubläden rausriss und sein Bett durchwühlte, doch dann wurde es still.
Er trat an die Tür heran um zu lauschen was sie wohl täte, langsam legte er sein Ohr an die Tür als Sie sie plötzlich aufriss und vor ihm stand, Sie stieß ihn zur seilte und rannte die Treppen hinunter.
Er rannte hinter ihr her in der Hoffnung das wiederzubekommen was ihn zumindest für einen Moment die Welt um ihn herum vergessen ließ.
Sie rannte in die Küche und wiederholte das was er nicht mehr hören konnte: “ Bilder zerstören deine Seele, sie verführen dich zu träumen und Hoffnungen zu haben die niemals in Erfüllung gehen werden, Fantasie ist Satanswerk.”!
Sie drehte sich um und Blickte René mit ihren Dunklen Augen ins Gesicht, dann warf sie die Zeichnungen die er mit Kohleresten gemalt hatte in die gelben Flammen des Küchenofens.
Seine Mutter ging raus, als würde sie bereuen was sie getan hatte, doch das tat sie nicht wie ihm ihr kaltes Lächeln zeigte.
Dort stand er nun vor der einzigen Farbe in diesem Haus, dem Lodernden gelb des Küchenofens.
Er lebte schon so weit er sich erinnern kann mit seiner Mutter in diesem Haus mitten im Wald, er hatte es noch nie in seinem leben verlassen, er fand auch keinen Grund es zu verlassen, da er niemals etwas anderes kennen gelernt hatte.
Es war ein großes weißes Holzhaus das mitten in einem Wald aus toten bäumen stand doch mit den Jahren hatte sich das weiß in ein kroteskes grau verwandelt, und auch die Möbel in diesem Haus waren allesamt schwarz, grau oder weiß.
In seinem ganzen leben hatte er noch nie eine Farbe gesehen, außer das lodern der Flammen im Küchenofen.
Doch eines Tages als er in den für immer Wolkenverhangenden Himmel starrte, sah er etwas langsam und leise auf ihn zu gleiten, er stand auf und sah nach was neben ihm aufgetroffen war.
Es war eine Feder, eine Blaue Feder mit grünen spitzen, noch nie zuvor hatte er so etwas gesehen, diese Farben waren verboten so wie alles was ihm träumen ließ und darum musste er sie schnell verstecken wo seine Mutter sie nicht wieder finden würde.
Er versteckte sie in einem Spalt in der Wandverkleidung seines Zimmers, und holte sie jede Nacht wieder heraus um sie sich anzusehen und von Welten zu träumen in dem es nur diese beiden Farben gäbe.
Eines Nachts als seine Mutter noch schlief ging er herunter in die Küche um sich eine Seite aus den Bilderlosen Büchern zu reisen und um ein Stückchen Kohle zu hohlen.
Er konnte es nicht mehr unterdrücken er musste einfach diese Feder zeichnen in ihren Linien und ihren Reflektionen. Als er gerade für den ersten Strich ansetzen wollte kam seine Mutter herein.
Sie hatte gesehen wie er herunter gegangen war um sich Papier und Kohle zu holen, um wieder eines seiner für sie so sinnlosen Bilder zu zeichnen.
Sie riss ihm Papier und Kohle aus der Hand, als sie dann Plötzlich die Feder sah packte sie ihn an den Schultern und schüttelte ihn durch, und fragte mit schriller stimme: “ Wo hast du das her das ist verboten, diese Farben machen dich krank, wieso willst du das den bloß nicht kapieren!!!”
Sie nahm ihm dann auch noch die Feder weg und schloss ihn in seinem Zimmer ein.
Wieder einmal rannte sie hinunter, um etwas zu vernichten was ihm wichtig war, doch diesmal war es kein einfaches Bild sondern das erste das ihm jemals etwas bedeutet hatte, sie öffnete das Gitter das vor dem leuchtendem Feuer war und schmiss sie hinein.
Sie ließ ihm zwei tage lang auf seinem Zimmer ohne ein Stückchen zu essen oder zu trinken, allerdings dachte René auch keinen Moment daran.
Er dachte daran wie sehr er sie hasste und wie sehr sie ihm jedes mal wehtat, wenn sie eine seiner Zeichnungen in das Feuer warf, aber diesmal war sie zu weit gegangen, diese Feder war das einzige das ihm je etwas in seinem leben bedeutet hatte, und sie hatte es vernichtet.
Als seine Mutter ihn wieder aus seinem Zimmer herausließ, schweigte er und sprach keinen einzigen laut mehr, doch als es Nacht wurde ging er langsam die Treppe hinunter und horchte auf jeden einzelnen Laut den er und seine Umgebung von ihm gaben.
René nahm sich ein großes Stück Kohle und ging in das Wohnzimmer, er schob ein altes Sofa zur Seite um an die vergilbte Tapete zu gelangen, dann setzte er die Kohle langsam aber Kräftig an.
Er Zeichnete seine Mutter mit all dem Hass den er gegen sie entfand, und zeichnete sie so das all ihre Kraft und ihr kalter Geist zur Sprache kamen, er Zeichnete sie vor seiner Fantasiewelt die nun nur noch eine langweilige und kalte wiese war nachdem sie seine letzte Hoffnung und träume ausgelöscht hatte.
Als sein Werk vollendet war ging er wieder zurück in sein Bett und dachte darüber nach ob es wirklich so schlau von ihm gewesen war seine Gefühle auf diese Art und Weise auszudrücken, doch letztendlich schlief er mit einem unruhigen Gewissen ein.
Am nächsten Morgen kam es dann zum unvermeidlichen, seine Mutter stand still vor schreck als sie das Kunstwerk sah, sie rannte hinauf in sein Zimmer griff ihn sich und schlug auf ihn ein ohne auch nur eine Pause zu machen, er schrie so sehr das er das Atmen fast vergas.
Sie ließ ihn nicht mehr los, und griff ihn sich noch fester um ihn dann die Treppe hinunter zu schleifen und in den Keller zu werfen, sie sagte ihm noch: “ das hast du zum letzten mal getan”, mit eisiger und vor lauter Aufregung stotternder stimme, bevor sie ihn in den Keller warf.
Danach wandte sie sich sofort um und rannte mit bestimmten aber vor Aufregung schwankenden Schritten in das Wohnzimmer um diesen Regelverstoß zu entfernen.
Als sie gerade die erste Bahn herunterreißen wollte warf sie einen Blick auf die schwarzen Linien, als sie plötzlich auf etwas aufmerksam wurde, doch sie selber wusste nicht was. Sie trat zurück und ihr Blick wurde immer ratloser, dann setzte sie sich in dem Sessel der gegenüber des Bildes stand, und betrachtete es.
Irgendetwas verwirrte sie, doch sie wusste nicht was es war, sie verbrachte Stunden damit es zu betrachten, dann sah sie was es war, es war für sie als blicke sie in einen Spiegel, sie erkannte sich selbst in dem Bild, sie fand sich abstoßend wie sie mit ihrer Energie ihren Muskeln so da strand und diese faszinierende Welt verdeckte oder gar beherrschte.
Nun endlich begriff sie was sie ihrem Sohn über all die Jahre hinaus geraubt hatte, sie konnte ihm seine Fantasie nicht rauben und genauso wenig konnte Sie sie kontrollieren.
Völlig verzweifelt auf ihre Erkenntnis musste sie sich eingestehen das ihr einziger Grund zu leben nun völlig verloren war, sie hatte die macht über ihren Sihn verloren.
Im Morgenmantel rannte sie in den Wald, in dem sie schon seit Jahren keinen Fuß mehr gesetzt hatte, Als sie plötzlich vor einem reisenden Bergbach stand.
Sie blieb vor dem Gewässer stehen um sich den reisenden Strom anzusehen, ihre Seele war kalt sie fühlte keine Emotion als sie sich langsam nach vorne fallen ließ, sie entfand nichts weder Angst noch schmerz, sie spürte nur die reue gegenüber ihren Sohn die ihr die Seele zerfraß.
Bis ihr Kopf auf einem Stein aufschlug der aus der Mitte des Flusses herausragte, bewusstlos und ohne einen laut von sich zu geben wurde sie vom Wasser davon gespült und ihr Körper verschwand in den ewigen Windungen des Baches.
Jetzt war René alleine in diesem Haus und malte sich aus wie seine Mutter dort oben nun sein Werk von der Wand riss, doch er hörte nichts, nicht einmal einen Schritt auf dem grauen Holzboden.
Nachdem nun 3 Nächte vergangen waren wurde René unsicher ob ihn seine Mutter jemals wieder aus dem Keller herauslassen würde, er tastete am Gitter des Kellerfensters entlang um zu prüfen ob es locker war, doch als er versuchte es zu fassen brach das alte verrostete Gitter aus der Wand und fiel mit einem lauten Klirren zu Boden.
Der Gedanke das seine Mutter jeden Moment die Treppe hinunter rennen würde um nachzusehen was gesehen war und Renés Fluchtversuch bemerken würde veranlasste ihn dazu sich an dem Fensterrahmen hochzuziehen und nach draußen in die Freiheit zu flüchten.
So von seiner Angst beherscht bemerkte er nicht das er in den Wald gerannt war bis er plötzlich an genau der selben stelle Stand an der sich seine Mutter das leben genommen hatte.
Er blickte sich um und suchte das Haus in dem er sich sein ganzes leben lang aufgehalten hatte, doch er fand es nicht.
Er blickte in das sprudelnde Wasser des Bergbaches, und bemerkte am Rande einen grauen Stein der von grünem Moos bewuchert war.
Er bückte sich herunter und fasste ihn an, da sah er plötzlich in einer schimmernden Pfütze neben dem Stein das Spiegelbild des Wolkenverhangenden Himmels, durch das ein blauer schein durchschimmerte.
Voller glück das er sein trostloses Leben hinter sich gelassen hatte aber noch glücklicher das er seine Farben wieder sah rollte ihm eine Träne die Wange herab.
Er ging weiter, immer weiter mit dem Strom des Baches, der Himmel wurde immer Blauer und die Bäume um ihn herum wurden mit jedem Schritt den er tiefer in den Wald ging lebendiger bis sie anfingen Blätter zu tragen die in den verschiedensten grün tönen durch den warmen Wind rauschten.
Je weiter er von seinem Haus wegrannte desto mehr Farben erfüllten seinen Geist mit einem Gefühl des Glück und der Freude das er bisher noch nie gespürt hatte, er sah einen Roten Vogel zwischen den Ästen herumhüpfen, Blumen die am Bachrand in den prächtigsten Farben leuchteten, es war wie in seinen Träumen bloß viel farbenfroher und lebendiger.
Doch plötzlich erblickte er eine Gruppe von Menschen die durch das Dickicht des Waldes durchschimmerte, langsam und mit etwas furcht ging er auf die gestalten zu.
Sie schienen an der Brücke vor ihm etwas zu untersuchen oder zu reparieren, da bemerkte einer der Männer René und ging auf ihn zu.
René wollte erste davonlaufen doch dann faste er den Mut ihm entgegen zu laufen.
Der Mann war ein Polizist und fragte ihm was er den hier suche so ganz alleine im Wald, doch René antwortete nicht.
Der Polizist brachte ihn mit seinem Wagen in ein Amt in dem er offiziell als Weisenkind behandelt wurde, nach einem Jahr im Weisenhaus wurde er dann zu seinem Glück von einer Familie adoptiert die ihm die liebe entgegenbrachte die er verdient.
Später studierte er Kunst und seine Werke wurden in ganz Europa anerkannt.
Doch er sollte nie erfahren das die Polizisten damals an der Brücke den leblosen Körper seiner Mutter aus den Fluten bargen.
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